Freitag, 29. April 2016

Zurück zu den Wurzeln: Page Hamilton


Seine Laufbahn begann Page Hamilton (* 18. Mai 1960) als diplomierter Jazz-Gitarrist. Doch den aus Oregon stammenden Musiker drängte es in den 90er-Jahren zu Alternative Rock. Die Alben "Meantime", "Betty" oder "Aftertaste" waren nicht nur eine unüberhörbare musikalische Kampfansage seiner Band "Helmet", sondern ein Hörerlebnis für Gitarren-Fans. 



Seine Affinität zu Jazz bleibt dem aufmerksamen Hörer nicht verborgen: Schnell aufeinander folgende Tempi-Wechsel, virtuose Soli und originelle Wendungen, die den Charakter von Improvisationen haben, heben seine Songs deutlich von jenen anderer Bands ab.

In den folgenden Jahren produzierte Hamilton Alben vielversprechender Bands, begleitete Musik-Größen wie David Bowie als Tour-Musiker und fand über Umwege wieder zum Jazz zurück, wie die folgende Aufzeichnung seines Auftritts im kalifornischen Lokal "Typhoon" beweist. Mit dem musikalischen Beitrag des "Page Hamilton Quintetts" begehe ich den bevorstehenden "Welttag des Jazz" am 30. April. In diesem Sinne: Long live Jazz! :-)



Foto-Credit: Interscope

Donnerstag, 28. April 2016

Von Reeves bis Everett: Stars in Musik-Clips


Viele Musik-Clips prägen sich nachhaltig wegen der Geschichte, die sie erzählen, ein. Mehr noch, wenn die Protagonisten bekannte Schauspieler sind oder es in weiterer Folge wurden.

1. Keanu Reeves in "Rush, Rush"
Die Choreografin Paula Abdul (* 19. Juni 1962), die Anfang der 90er-Jahre zu den beliebtesten Sängerinnen der USA zählte, landete gleich mit ihrer ersten Ballade "Rush Rush" einen Volltreffer. Das Video erzählt die Geschichte des Kino-Klassikers "Denn sie wissen nicht was sie tun" nach - mit keinem Geringeren als Keanu Reeves (* 2. September 1964) als Jim, der in der Filmfassung von 1955 von James Dean verkörpert wurde. 1991 führte der Song über Wochen Platz 1 der US-Charts an. Keinem Song seit "Like A Virgin" von Madonna war das bis dato gelungen.



2. Courteney Cox in "Dancing In The Dark"
Zehn Jahre bevor die damals noch gänzlich unbekannte Schauspielerin Courteney Cox (* 15. Juni 1964) in der Rolle der Monica Geller in "Friends" durchstartete, kam sie 1984 zu einem sehenswerten Auftritt im Video zu "Dancing In The Dark" von Bruce Springsteen (* 23. September 1949). Darin mimt sie einen begeisterten Fan, den der Sänger auf die Bühne holt.



3. Donald Sutherland in "Cloudbursting"
Die Lebensgeschichte des österreichischen Psychologen Wilhelm Reich inspirierte Kate Bush (* 30. Juli 1958) im Jahr 1985 zu ihrem Song "Cloudbursting". Vor allem die Beziehung zwischen ihm und seinem Sohn Peter, mit  dem er kühne wissenschaftliche Experimente wagte. Während die britische Sängerin in die Rolle Peters schlüpfte, spielt der kanadische Schauspieler Donald Sutherland (* 17. Juli 1935) Reich. Den viel beachteten Clip gibt es auch als Kurzfilm.



4. Johnny Depp in "Into The Great Wide Open"
Das 1991 zum Hit von Tom Petty (* 20. Oktober 1950) gedrehte Video erzählt vom Aufstieg und Fall des Sängers Eddie Rebel (Johnny Depp), dessen Managerin von Faye Dunaway verkörpert wird. In der Rolle seiner Freundin ist Gabrielle Anwar zu sehen. In Nebenrollen kommen Matt LeBlanc, Terence Trent D'Arby und Chynna Phillips ins Bild.



5. Rupert Everett in "American Pie"
Rupert Everett (* 29. Mai 1959) soll es gewesen sein, der seiner Kollegin Madonna (* 16. August 1958) den Anstoß gab, den Evergreen "American Pie" von Don McClean neu zu interpretieren. Während die Kritik die Neuversion mit gemischten Gefühlen aufnahm, zeigte sich der Sänger begeistert. In dem Video ist Everett nicht nur zu sehen, sondern auch als Background-Sänger zu hören.



Foto-Credit: Rykodisc

Mittwoch, 27. April 2016

Jazz Time mit Till Brönner


Die Freude vieler Fans war groß, als klassikradio vor einem Jahr verkündete, dass die "Till Brönner Show" nach gut zehn Jahren wieder ins Programm aufgenommen wird. Immer freitags und samstags von je 20 bis 22 Uhr nimmt der Jazz-Trompeter (* 6. Mai 1971) sein Publikum mit auf eine musikalische Reise mit einer stimmunngsvoll zusammengestellten Playlist, die das Wochenende perfekt einleitet.



Der mehrfach ausgezeichnete Musiker, der in Berlin und Los Angeles lebt, hat im Lauf seiner Karriere mit Größen wie Tony Bennett, Hildegard Knef oder Dave Brubeck zusammengearbeitet. Überdies ist Brönner als Fotograf gefragt und als Hochschul-Dozent tätig.

Foto-Credit: UMI Jazz Germany

Dienstag, 26. April 2016

Nashville bei Nacht: Tim McGraw


Auf die Frage nach den einflussreichsten Country-Sängern der Gegenwart fällt der Name von Tim McGraw (* 1. Mai 1967) mit großer Wahrscheinlichkeit als erster. Mit seiner unverkennbaren Stimme und einer beachtlichen künstlerischen Bandbreite hat der Amerikaner mit italienischen Wurzeln in rund 25 Jahren alles erreicht, ohne seine Bodenhaftung zu verlieren. Seine mittlerweile 20-jährige Ehe mit Sängerin und Duett-Partnerin Faith Hill (* 21. September 1967), aus der drei Kinder hervorgegangen sind, sorgt für den entsprechenden Glamour.



An der Seite von Sandra Bullock oder Gwyneth Paltrow hat McGraw bereits sein schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt. Als Produzent befreundeter Künstler  hat sich der in Nashville lebende Sänger überdies einen Namen gemacht.



Einer seiner größten bekennenden Fans ist keine Geringere als Taylor Swift, die ihm einen eigenen Song gewidmet hat. Aus Anlass seines bevorstehenden Geburtstags das Ständchen der Sängerin.


Foto-Credit: Curb Records

Montag, 25. April 2016

Song für Astro-Fans


In einem ihrer ersten größten Hits "Star Sign" nahmen sich "Teenage Fanclub" 1991 eines interessanten Themas an: der Astrologie, die die schottische Band mit Aberglauben gleichsetzt. Ein kleiner Stich ins Herz von Astro-Kennern, den man der Gruppe rund um Frontmann Norman Blake (* 20. Oktober 1965) angesichts ihrer gefälligen Darbietung aber gerne verzeiht. ;-)



Nicht zuletzt dieses Songs wegen zählte übrigens ihr Album "Bandwagonesque" im Erscheinungsjahr zu den gefeiertesten Neuerscheinungen Großbritanniens und ließ bei Publikums-Votings immerhin so starke Mitbewerber wie "Nevermind" von Nirvana und "Out Of Time" von R.E.M. hinter sich.

Anders als viele Bands jener Tage gibt es "Teenage Fanclub" heute immer noch. Für dieses Jahr hat das in Indie-Kreisen beliebte Quartett aus Glasgow wieder mehrere Konzerte angekündigt.

Foto-Credit: Creation Records

Freitag, 22. April 2016

Weekend Sounds: Night Tunes


Bestimmte Songs entfalten ihre volle Wirkung erst in der Dämmerung oder im Übergang von Abend zu Nacht. Nicht ohne Grund werden in diesem Zeitfenster im Radio beruhigende Lounge-Musik ("Klassik Lounge mit Schiller") oder besinnlich-entspannende Töne (z.B. "Musik zum Träumen") angeschlagen. Einige Künstler sind darauf spezialisiert. 

Die aus Australien stammende Sängerin Tina Arena (* 1. November 1967) zählt dazu. Ihr in unseren Breiten wohl bekanntester Song "Sorrento Moon" bildet eine stimmige Kulisse für laue Sommerabende, romantische Dinners und Momente zwischen Wachen und Träumen.



Kein Zufall ist es daher, dass sie bereits mit Anggun (* 29. April 1974) gemeinsam auf der Bühne stand. Der größte Hit der gebürtigen Indonesierin, die mittlerweile in Kanada lebt, lautet "Snow On The Sahara" und umschmeichelt die Seele. Beide Sängerinnen singen mittlerweile überwiegend in französischer Sprache und genießen in Frankreich große Beliebtheit.



Mit "Human" ist dem britischen Trio "The Human League" in den 80er-Jahren ein stimmungsvoller Nacht-Song gelungen. Die Band, die als einer der Wegbereiter der elektronischen Musik gilt, präsentiert sich mit dieser Ballade ungewohnt besinnlich und Sänger Philip Oakey (* 2. Oktober 1955) betont einfühlsam.


Ein wenig entrückt wirkt der Song "Walking On A Dream" des australischen Duos "Empire Of The Sun". Und inspirierend, diente er nicht zuletzt als Song einer Werbekampagne des koreanischen Autoherstellers Hyundai.



Zu Till Brönners (*  6. Mai 1971) bester "Nachtmusik" zählt "We Fly Around The World". Auch in seiner freitäglichen "Till Brönner Show" in klassikradio (20 -22 Uhr) beweist er ein gutes Händchen für soulige Titel und melodische Jazz-Songs, die einem den Weg durch die Nacht versüßen - ganz gleich, ob man wacht oder träumt.

Foto-Credit: Columbia

Donnerstag, 21. April 2016

God Save The Queen: Musik für Jubiläen


England- und vor allem Royals-Fans geht speziell bei der Einspielung der 100. Auflage des "Last Night Of The Proms" aus dem  Jahr 1994 das Herz auf. Im Mittelpunkt der damals noch aufstrebende walisische Bass-Bariton Bryn Terfel (* 9. November 1965), der mit seinen kraftstrotzenden Interpretationen der inoffiziellen britischen Hymnen "Rule Britannia", "Jerusalem" oder "Auld Lang Syne" das begeisterte Publikum von den Stühlen riss.

Ob der 90. Geburtstag der Queen am 21. April oder der fünfte Hochzeitstag von Prinz William und Herzogin Kate wenige Tage darauf - das Album ist perfekt für feierliche britische Anlässe.

Foto-Credit: Warner Classics

Mittwoch, 20. April 2016

New Cowboy in Town: Dustin Lynch


Unter einem seiner YouTube-Videos steht zu lesen: "Er ist völlig unterschätzt" oder "Er sollte viel mehr Views haben". Auch wenn Dustin Lynch (* 14. Mai 1985) seit seinem Debüt im Jahr 2012 einige Achtungserfolge gelungen sind, steht der Country-Sänger immer noch im Schatten seiner berühmteren Kollegen Luke Bryan, Jason Aldean oder Blake Shelton. Aus Anlass seines nahenden Geburtstags drei seiner besten Songs.

1. Mind Reader


2. Cowboys And Angels



3. World To Me



Leider nicht auf YouTube zu finden, aber absolut hörenswert: "Your Plan" - ein Bonus-Track, der sich auf seinem ersten Album findet.

Foto-Credit: Broken Bow Records

Dienstag, 19. April 2016

"Metal für Denker": Tool, NIN & Filter


Tiefgründige, düstere Gedanken über die eigene Existenz und hochdosierte Moll-Klänge haben Tool oder den Nine Inch Nails (NIN) zu Kult-Status verholfen. Im Fall ersterer ist das Programm. Sänger Maynard James Keenan (* 17. April 1964) wendet sich bei seinen Konzerten vom Publikum ab, während er von den vielen Facetten von Verzweiflung und Zermürbung singt.

Auch in ihren Videos nähert sich das Quartett künstlerisch herausragend den dunklen Seiten des Innenlebens. Dabei löste vor allem der Song "Sober" vom Debüt "Undertow" 1993 enorme Resonanz bei Publikum und Kritik aus. Wesentlichen Anteil daran hatte auch das unter die Haut gehende Video, das in Stop-Motion einen vereinsamten Menschen in Puppengestalt zeigt, der sich von der Welt vollkommen zurückgezogen hat. Sinnig hatte Keenan die Musik seiner Band als "thinking man's metal" skizziert.

In diese Tradition reihen sich nahtlos die "Deftones" ein, in deren Song "Passenger" Keenan übrigens als Background-Sänger zu hören ist.



Als Inbegriff der existenzialistischen Weltbetrachtung jedoch gilt unübertroffen "Only" von NIN. Vor allem wenn Frontmann Trent Reznor (* 17. Mai 1965) Zeilen wie die folgenden singt:

"I'm becoming less defined as days go by
Fading away 
And well you might say
I'm losing focus
Kinda drifting into the abstract in terms of how I see myself ..."



Die Ähnlichkeiten zwischen ihm und seinem Weggefährten Brian Liesegang (* 10. Februar 1970) sind nicht zu überhören. Der Rockmusiker, der ein Diplom in Philosophie hat, war einige Zeit Mitglied der Nine Inch Nails, ging allerdings schon bald mit seiner Band "Filter" eigene Wege. Deren Songs sind von starker Strahlkraft.



Foto-Credit: Volcano

Montag, 18. April 2016

Mächtige Klänge: Halfdan E & Adam Nordén


Zur eindringlich-dichten Atmosphäre skandinavischer Filme und Serien trägt zu einem wesentlichen Teil auch der musikalische Rahmen bei. Vor allem zwei Komponisten ragen hier hervor.

Halfdan E  (* 21. November 1960) hat bereits einige Soundtracks für große dänische Fernsehproduktionen komponiert. Der frühere Rockmusiker, der das renommierte Kongelige Danske Musikkonservatorium in Kopenhagen absolviert hat, lässt dabei auf originelle Weise orchestrale und elektronische Arrangements ineinander übergehen und schafft damit entrückte und dennoch melodische Klangwelten.

Besondere Beachtung brachte ihm die Musik zu der erfolgreichen Politik-Serie "Borgen" (deutsch: "Gefährliche Seilschaften") ein, für die er 2011 bei dem FIPA ("International Festival Of Audiovisuals Programmes") ausgezeichnet wurde. Neben dem Thema gehen vor allem die Stücke "Soft Spots" und "Greenland" unter die Haut.


Ähnliche Effekte erzeugt auch die Musik seines schwedischen Kollegen Adam Nordén (* 22. April 1971), der unter anderem für die schwedische Serie "Wallander" Stücke mit melancholischer Tiefe geschrieben hat. Vor allem "Linda's Theme" und das finale "End Credits Adagio" sind vor dem Hintergrund, dass die Hauptdarstellerin Johanna Sallström während der Dreharbeiten völlig unerwartet im Alter von nur 32 Jahren gestorben ist, für Fans der Serie emotional zusätzlich aufgeladen.

Foto-Credits: PlantSounds; WM Sweden

Freitag, 15. April 2016

Weekend Sounds: Bye, bye!


Dass "Restart" von Sam Smith (* 19. Mai 1992) von der Herausforderung handelt, nach einer Trennung neu anzufangen, rückt hier in den Hintergrund. Denn der Song bringt darüber hinaus das erwachende Lebensgefühl am Ende einer Woche musikalisch wunderbar zum Ausdruck. Vor allem jener, die sich auf den Weg machen - raus aus der Stadt. In diesem Sinne: Schönes Wochenende!



Foto-Credit: Capitol

Donnerstag, 14. April 2016

Schweden-Pop: "Best Of" - The Cardigans


Blur-Bassist Alex James bemerkte vor einigen Jahren in einem Fernseh-Interview, dass die Schweden unübertroffen darin seien, melancholische Songs zu schreiben. Dabei spielte er wohl auch auf "The Cardigans" an, denen ihr internationaler Durchbruch als Vorband von Blur gelang.

Seit die Band mit "Super Extra Gravity" ihr vorläufig letztes Studio-Album veröffentlichte, sind zehn Jahre vergangen. In der Zwischenzeit haben die fünf Mitglieder Familien gegründet und sich musikalisch neuen Projekten zugewandt - allen voran Sängerin Nina Persson (* 6. September 1974).


Hinter den größten Hits der Cardigans steht Gitarrist Peter Svensson (* 18. Oktober 1974), der mittlerweile Songs für angesagte Künstler wie Ellie Goulding, The Weeknd oder One Direction schreibt. Unübertroffen bleiben dennoch seine Kompositionen, die er Nina Persson auf den Leib geschrieben und arrangiert hat.

1. For What It's Worth
Ab dem Album "Gran Turismo" klang die Band zunehmend nachdenklicher, erwachsener und konturierter, ohne, dass ihre Songs an Eingängigkeit verloren. Das zeigt auch dieser Titel.



2. Live And Learn
Allein das Intro des Titels mit den geschmeidigen Gitarrenklängen ist es wert, den lebensklugen Song immer und immer wieder zu hören.



3. I Need Some Fine Wine
Im Lauf der Jahre bewies Nina Persson eindrucksvoll, dass es für gitarrenlastige Songs nicht zwingend Reibeisenstimmen benötigt. Cooler Text obendrein!



4. Don't Blame Your Daughter
Einer der besten nachdenklichen Songs aus der Feder der Band.



5. Been It
Gelungener Song mit spannendem Gitarren-Verlauf aus den Anfängen der Cardigans.



Foto-Credit: Stockholm Records

Mittwoch, 13. April 2016

Boston 1986: Die Pixies


Ihre weitreichende Bekanntheit verdanken "The Pixies" ihrem Song "Where Is My Mind?", der sich längst als Evergreen etabliert hat. Dass die Band, die 1986 gegründet wurde, musikalisch weit mehr zu bieten hat als diesen Song, steht für Fans und Kritiker außer Frage.

Unverwechselbar die Stimme von Frontmann Black Francis (* 6. April 1965), die originellen Kompositionen und Arrangements der Band oder die stimmigen Zweigesänge des Sängers und seiner Bassistin Kim Deal (* 10. Juni 1961).



Die vier Mitglieder, die - geprägt vom Bands wie Hüsker Dü - den amerikanischen Indie-Rock prägten und damit auch zur Inspiration für andere Künstler wurden, entwickelten sich nach ihrer Entdeckung rasch vom Geheimtipp zur angesagten Live-Formation, die unter anderem als Vorgruppe für U2 ihr Können unter Beweis stellte.



Ein irreführendes Statement von Francis Black führte dazu, dass die Bandmitglieder ab 1993 - am Höhepunkt ihrer Karriere und zur Enttäuschung vieler Anhänger - getrennte Wege gingen. Auch wenn sich die Musiker 2004 wieder zusammenfanden, ließ sich die Begeisterung von einst nicht mehr mühelos entfachen. Das lag nicht zuletzt daran, dass sich Francis und Deal als Solo-Interpreten in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt hatten.



Nichts ändert es daran, dass die Musik 30 Jahre nach der Gründung der Band immer noch frisch, inspiriert und belebend klingt. Das gilt auch für ihren bekanntesten Song "Where Is My Mind?", der in einer klassischen Interpretation des französischen Pianisten Maxence Cyrin (* 30. Jänner 1971) nachdenklich und unerwartet schön klingt.

Foto-Credit: 4AD

Dienstag, 12. April 2016

Pat Benatar auf Tour


Aus Anlass ihres 35-jährigen Bühnenjubiläums ist Pat Benatar (* 10. Jänner 1953) seit 2014 mit Unterbrechungen auf Tour und wird dabei von musikalischen Weggefährten der frühen 80er-Jahre begleitet - von Rick Springfield bis Melissa Etheridge. Immer an ihrer Seite: Neil Giraldo, mit dem die Sängerin seit 1982 verheiratet ist und zwei Töchter hat.



Auch wenn die Sängerin öffentlich nicht mehr so präsent ist wie einst, sind es immer noch einige ihrer Songs, die aufgrund ihrer Popularität bis heute in Filmen und Serien zitiert werden, darunter "We Belong", "All Fired Up" aber vor allem "Love Is A Battlefield".



Bis Ende des Jahrzehnts verkauften sich die Alben der Sängerin millionenfach und bescherten ihr zahlreiche Nominierungen und Preise. Seit damals lässt es die in Kalifornien lebende Künstlerin ruhiger angehen.

In ihrer Autobiografie "Between A Heart And A Rock Place", die vor sechs Jahren in den USA zum Bestseller wurde, bekennt sich die Amerikanerin mit polnisch-deutsch-irischen Wurzeln klar zum Feminismus und bezieht Stellung zu diversen Themen. Ihren Fans stellte Benatar noch weitere Bücher in Aussicht. Jene erleben unterdessen aufs Neue das Flair der 80er-Jahre bei ihren Konzerten.

Foto-Credit: Chrysalis

Montag, 11. April 2016

Stark wie Kaffee: Seattle Sounds


Über den kraftstrotzenden Song "Room A Thousand Years Wide" von Soundgarden hat ein YouTube-User bemerkt: "wie ein perfekter Ersatz für Kaffee". Der treffende Vergleich hat mich zu folgender Playlist angeregt - nicht ganz zufällig mit einem Schwerpunkt auf Bands, die aus Seattle stammen. 



25 Jahre ist es her, dass durch Alben wie "Badmotorfinger" (1991) von Soundgarden, "Facelift" (1990) bzw. "Dirt" (1992) von Alice in Chains, "Ten" (1991) von Pearl Jam und allen voran "Nevermind" (1991) von Nirvana die Metropole an der Nordwestküste kurzerhand zum musikalischen Zentrum der USA erklärt wurde. Nicht ganz im Sinne vieler dort ansässiger Künstler, die den Ausverkauf durch Plattenfirmen und die Vereinnahmung durch findige Manager fürchteten.

Geblieben sind einige herausragende Songs und Alben, die einen mühelos mit jenen Tagen wieder verbinden.

1. Soundgarden: My Wave
Garantierter musikalischer Energie-Lieferant, wie ihn nur Soundgarden zu servieren verstehen.



2. Alice in Chains: Would?
Einer der ausdrucksstärksten Songs der Band um Sänger Layne Staley, dessen Todestag sich 2017 zum 15. Mal jährt.



3. Nivana: Come As You Are
Immer noch mein persönlicher Favorit dieses Albums, nicht zuletzt, weil er auch in einer gekonnten Cover-Version des Elvis-Imitators "The King" vorliegt.



Foto-Credit: A&M Records

Freitag, 8. April 2016

Weekend Sounds: Sonnige Aussichten


Sonne tanken einem langen Winter - auch in musikalischer Hinsicht. Zum  Beispiel mit Hilfe der folgenden Lieder und Bilder.

1. Keith Urban: Long Hot Summer
Keith Urban (* 26. Oktober 1967) hat eine gute Mitte zwischen Balladen und gitarrenlastigen Songs gefunden. Dieses Lied leitet gute Zeiten ein - den Feierabend, das Wochenende, den Urlaub oder sonnige Tage.



2. Joe Nichols: Sunny And 75
Nahtlos reiht sich dieser Ohrwurm von Joe Nichols (* 26. November 1976) ein, der ein wahrer Stimmungsaufheller ist.



3. Luke Bryan: Suntan City
Kaum ein Song, der nicht nach einem Hit klingt. Vor allem Songs wie "Suntan City" sichern Luke Bryan (* 17. Juli 1976) in den USA seit einigen Jahren die Gunst eines Millionenpublikums.



Foto-Credit: Capitol

Donnerstag, 7. April 2016

Erinnerungen an Esbjörn Svensson


Am 16. April wäre Esbjörn Svensson 52 Jahre alt geworden. Der tragische Unfalltod des schwedischen Jazz-Pianisten im Frühsommer 2008 hielt seine zahlreiche Fan-Gemeinde über lange Zeit in Schockstarre. Auch seine Mitstreiter Dan Berglund (* 5. Mai 1963) und Magnus Öström (* 3. Mai 1965), mit denen er unter dem Namen E.S.T. die Musikwelt belebt und bereichert hatte, nahmen sich eine ausgedehnte künstlerische Auszeit, um um ihren Frontmann zu trauern und Svenssons Witwe und den beiden Söhnen beizustehen.



Auch nach acht Jahren ist es nicht einfach, seine Musik zu hören, ohne in Melancholie abzugleiten. Dabei strotzen selbst seine ruhigeren Instrumentalstücke in den verhaltensten Momenten vor Kraft und Leben. Mit seinen innovativen Ideen begeisterte er nicht nur Menschen über die Jazz-Szene hinaus, sondern prägte eine ganze Generation junger Künstler in seiner Heimat.



Martin Tingvall, der zwar in einem Interview mit einem deutschen Jazz-Magazin betont, kein Fan im engeren Sinn gewesen zu sein, scheint zweifelsfrei von Svensson inspiriert worden zu sein. Das zumindest lässt sein stimmungsvoller Titel "Vägen" ahnen.



Berglund und Öström haben sich mittlerweile übrigens neuen musikalischen Projekten zugewandt: Ersterer mit seiner Band Tonbruket, deren jüngstes Album "Forevergreens" erst vor wenigen Wochen erschienen ist. Öström folgte ihm nur wenige Tage später mit seinem neuen Werk "Parachute".



Foto-Credit: ACT

Mittwoch, 6. April 2016

Manu Katché ist zurück


Mit "Unstatic" meldet sich Manu Katché (* 27. Oktober 1958) wieder eindrucksvoll zurück. Der französische Jazz-Schlagzeuger, der seine Karriere als Studiomusiker für Joni Mitchell, Peter Gabriel oder Tori Amos festigte, sorgt seit den 90er-Jahren in regelmäßigen Abständen mit seinen Solo-Alben für musikalische Sternstunden.



Da viele seiner Stücke sehr melodisch sind und leicht ins Ohr gehen ("Song For Her", "Lo" oder "Springtime Dancing"), sind sie auch für Nicht-Jazz-Freunde eine Hörprobe wert.

 

Foto-Credit: Anteprima

Dienstag, 5. April 2016

Klassik von Klassemädchen: Amy Beach


Dank klassikradio kenne ich die "Berceuse für Klarinette und Orchester". Ein berührendes Stück Musikgeschichte: Denn hinter der Komposition steht eine Frau. Amy Beach (5. September 1867 - 27. Dezember 1944) galt als Ausnahme - in puncto Talent und Anerkennung, wurde die klassische Musikszene zu ihrer Zeit noch von Männern dominiert.

Die Kompositionen bescherten der Amerikanerin Anerkennung, ihre Klavier-Abende volle Ränge. Dennoch ist ihr Name über Insider-Kreise hinaus kaum bekannt.

Der aus Wien stammende Klarinettist Andreas Ottensamer (* 4. April 1989) trägt mit seiner ansprechenden Interpretation ihrer Berceuse mit dazu bei, dass ihr Name und Werk nicht in Vergessenheit geraten.


Einen guten Überblick über ihr vielfältiges Reportoire bietet das Album "Best - Amy Beach" oder die von Guild Music herausgegebenen Kompilationen.

Foto-Credit: Guild Music

Montag, 4. April 2016

Mut, Muse, Musik: PJ Harvey


PJ Harvey (* 9. Oktober 1969) schreibt Gedichte, die gelesen, fertigt Skulpturen an, die ausgestellt, und schreibt Songs, die gehört werden. Die Britin, die sich seit bald 25 Jahren mit  jedem Album konsequent verwirklicht und weiterentwickelt, übersetzt ihre Eindrücke und Gemütszustände unmittelbar. Eine Eindringlichkeit, der sich das Publikum schwer entziehen kann.



Mit "Let England Shake" hat Harvey 2011 ihr bislang eindrucksvollstes musikalisches Statement abgegeben. Ohne Fingerzeig oder Überzeugungsdrang besingt sie die politische Weltlage, etwa den Kriegseinsatz britischer Truppen in Afghanistan, aus Sicht einer mündigen Bürgerin und empathischen Frau, die aus den täglichen Nachrichten ihre eigenen Schlussfolgerungen zieht und damit vielen aus der Seele spricht.



Mit ihrem neuen Album "The Hope Six Demolition Project" richtet sie den Blick auf Menschen am Rande der Gesellschaft in den zusehends trister werdenden Ballungszentren. Songs wie "The Wheel" sind dabei unaufgeregt und gleichzeitig mit viel Herzblut geschrieben.

Ihre Video-Clips, die in Zusammenarbeit mit Seamus Murphy entstanden sind, fangen in bewegenden Skizzen Schicksale in verschiedenen Teilen der Welt ein. Vor allem die Bilder, die im Kosovo entstanden sind, wirken in diesem Kontext beklemmend aktuell.



Im bewussten Gegensatz zu der Tristesse der Landschaften steht dabei der deutliche Appell der Sängerin. Ihre Devise lautet: Hoffnung und immer wieder Hoffnung. Lieder, die die Welt braucht.

Foto-Credit: Island Records

Freitag, 1. April 2016

Weekend Sounds: 120 Minutes


Glücklich, wer den britischen Musiksender MTV einst noch unverschlüsselt empfangen konnte. Über die musikalischen Trends in London waren Fans aller populären Genres stets bestens informiert. Pflichttermin für Alternative- und Indie-Freunde war die sonntägliche Abend-Sendung "120 Minutes", moderiert und zusammengestellt von Paul King (* 20. November 1960). Als Tribut an die Show ein paar Klassiker aus jenen Tagen.

1. Dinosaur jr: Start Choppin'
J Mascis (* 10. Dezember 1965) hat mit seiner Band wesentlich den musikalischen Stil der 90er-Jahre geprägt. Angesichts der ohrwurm-verdächtigen Melodien seien ihm sein Hang zu ausgedehnten Gitarren-Soli verziehen. ;-)



2. Curve: Horror Head
Den Inbegriff Londoner Coolness verkörperte das charismatische Duo bestehend aus Toni Halliday (* 5. Juli 1964) und Dean Garcia (* 3. Mai 1968). Vor allem die Songs ihres Albums "Doppelgänger" waren ein unverzichtbarer Dauerbrenner.



3. The Afghan Whigs: Gentlemen
Seit 30 Jahren stehen die "The Afghan Whigs" um Sänger Greg Dulli (* 11. Mai 1965) mit Unterbrechungen auf der Bühne. Dieser Song steht wie kaum ein anderer für den künstlerischen Höhepunkt der amerikanischen Band.


4. The La's: There She Goes
Der Titelsong des britischen Filmklassikers "Fever Pitch" klingt nach College, London und jugendlicher Unbeschwertheit. Darf daher auf in dieser Liste nicht fehlen.



5. My Bloody Valentine: Soon
Mehr als 30 Jahre nach der Gründung der irischen Band hat sich die Musikwelt grundlegend verändert. Umso mehr Freude machen musikalische Ausflüge in die Vergangenheit mit Songs wie diesen.



Foto-Credit: Anxious Records