Montag, 7. Dezember 2015

Ein Song für alle Fälle

Das Unabänderliche akzeptieren, Herausforderungen gelassen begegnen, Haltung bewahren, wenn einen die Umstände in die Knie zwingen: Geht alles leichter mit Musik. Vor allem mit den folgenden Titeln, die sich wahlweise mit Ironie oder Melancholie den dunkleren Facetten des Lebens nähern.

Stoop: The Entertainer
In dem offiziellen Song des Werbespots zum V7 Racer von Moto Guzzi mit Ewan McGregor liegt eine verhaltene Energie und Sogwirkung, der man sich nicht entziehen will. Die Musik der italienischen Band - absolut hörenswert.


Soundgarden: Fell On Black Days
Ein Klassiker für Tage in der Klause - die aus Seattle stammende Band galt lange unverdient als Geheimtipp, bis ihr mit dem Album "Superunknown" 1994 der große Durchbruch gelang. 


Tocotronic: Kapitulation
Wie die Band in ihren Songs den persönlichen Niedergang zelebriert, erinnert ein wenig an Oscar Wilde. Am besten gelungen ist ihr das meiner Meinung nach in diesem Stück.


Manic Street Preachers: There By The Grace of God
Seit vor 20 Jahren ihr Gitarrist Richey Edwards über Nacht spurlos verschwand und 2008 für tot erklärt wurde, schwingt in den Songs der britischen Band häufig etwas Melancholisches mit. Besonders hier.


Foto-Credits: Prismopaco

Sonntag, 6. Dezember 2015

Barocke Benefizgala

Man könnte meinen, dass Konzerte, deren Erlöse wohltätigen Zwecken zu Gute kommen, eine Erfindung der Gegenwart sind. Aber Charity gab es unter Komponisten und Musikern bereits zu früheren Zeiten. Ob Georg Friedrich Händel der Erste in dieser Reihe war, kann ich nicht sagen, aber unbestritten ist er einer der berühmtesten Vertreter. 

Der deutsche Barock-Komponist, der einen Großteil seines Lebens in London verbrachte, engagierte sich zeitlebens für das Wohl mittelloser, lediger Mütter und Waisen. Um die nötigen Gelder etwa für das Londoner Foundling Hospital zusammenzubekommen, das verarmten Menschen Unterschlupf und medizinische Versorgung bot, verzichtete Händel immer wieder auf Gagen für seine Auftritte. 

Ähnliches wiederholte er in Dublin 1742. Mit dem Erlös der Uraufführung seines "Messiah" konnten Mietrückstände verarmter Familien beglichen und deren Väter und Söhne aus der Haft freigekauft werden. Denn wer nicht zahlen konnte, kam umgehend ins Gefängnis und musste unter unwürdigen Bedingungen sein Dasein fristen.

So wurde die Dubliner Uraufführung des Oratoriums zu einem der berühmtesten und erfolgreichsten Benefizkonzerte in der Musikgeschichte.

Nähere Hintergründe zum Leben und Wirken von Georg Friedrich Händel gibt es auf der CD-Reihe "Wir entdecken Komponisten" (Deutsche Grammophon) - gelesen von Will Quadflieg - nachzuhören. Wenn auch bereits seit mehr als 30 Jahren auf dem Markt, sind die musikalisch umrahmten Hörbücher immer noch unerreicht und bereits ein Klassiker ihrer Art.

Bryn Terfel übrigens ist mit seinen "Handel Arias" (Deutsche Grammophon) vor fast 20 Jahren ein besonderes Album gelungen, das festlich-feierliche Stimmung verbreitet und daher auch sehr gut in die Weihnachtszeit passt.

Foto-Credits: Deutsche Grammophon

Montag, 30. November 2015

Doktor Sonderberg ist zurück

Charmant, unterhaltsam und spannend - die Hörspiel-Reihe um Doktor Sonderberg (Zaubermond) die im Düsseldorf des späten 19. Jahrhunderts spielt, zog vor einigen Jahren auf Anhieb ein großes Publikum in seinen Bann. Nach sieben Folgen begab sich Dennis Ehrhardt, der die Geschichten rund um den Privatdetektiv aus Köln kreierte, zurück, um neue Fälle für seinen beliebten Titelhelden zu schreiben.

Seit wenigen Tagen liegt nun der achte Fall "Die letzte Nacht der Eva Przygodda" vor. Sehr zur Freude der bereits ungeduldigen Fans des gewandten Detektivs und seiner Assistentin Minnie Cogner.

Die Stimmen bekannter Synchronsprecher und Schauspieler und die lebendige Geräuschkulisse machen die zweistündigen Inszenierungen zu einem echten Hörvergnügen. Nicht nur für Krimi-Fans.

Foto-Credit: Zaubermond

Freitag, 27. November 2015

Country Christmas

Es scheint mittlerweile zum guten Ton zu gehören, dass früher oder später fast jeder Künstler ein Weihnachtsalbum oder zumindest -lied veröffentlicht. Die Songs sind unverändert schön und stimmungsvoll, die qualitativen Unterschiede zwischen ihnen hoch. Vor allem in der Country-Pop-Szene gibt es eine lange Tradition in dieser Hinsicht.

Trace Adkins: The King's Gift (Caliburn Records)
Seine Stimme klingt weich und angenehm, sein musikalischer Vorgeschmack auf Weihnachten dezent und einladend, manches Mal auch einen Hauch pathetisch. Wer ein Faible für Irland hat, wird sich in das Album vermutlich gleich verlieben. Seine Version von "Silent Night" ist hörenswert, zu den weiteren Highlights zählen "Away In A Manger", "Oh Holy Night" und "Tannenbaum".

Faith Hill: Joy To The World (Warner)
"Away In A Manger" zählt für mich zu den besten Songs auf dem Album. Fügt sich geschmeidig in die Country Christmas-Playlist ein. 


Lady Antebellum: On A Winter's Night (Capitol Nashville)
Das seit Jahren durchschlagend erfolgreiche Trio spannt auf seinem Weihnachtsalbum einen gelungenen Bogen zwischen beschwingten Interpretationen und Songs, zu denen nur noch das Kaminfeuer fehlt. Vor allem bei den Versionen von "The First Noel" oder "Have Yourself A Merry Little Christmas" kommt Stimmung auf.


Jason Michael Carroll: Christmas On The Farm (Stray Records)
Im englischsprachigen Raum darf "Auld Lang Syne" zum Ende des Jahres nicht fehlen. Seine Version des Klassikers ist die ideale Umrahmung von stillen Wintertagen, an denen frischer Schnee fällt.


Foto-Credits: Caliburn Records; Warner; Capitol Records; Stray Records

Donnerstag, 26. November 2015

50 Jahre "Winter in Canada"

Am 14. Dezember 2015 jährt sich der Todestag der Sängerin Elisa Gabbai zum fünften Mal. Ihren Durchbruch und ihre Popularität im deutschsprachigen Raum verdankte die aus Israel stammende Sängerin dem liebenswert-charmanten Schlager "Winter in Canada". Der originelle Titel, der vom Anfang und Ende einer großen Liebe handelt, stammt aus der Feder von Georg Buschor (Text) und Christian Bruhn (Komposition) und feierte im Jänner 1966 sein erfolgreiches Debüt.

Originell und ohne in Kitsch zu verfallen erzählt das Lied von den Phasen einer großen Liebe vor der verträumt-verschneiten Kulisse Kanadas. Auch wenn es in den nachfolgenden Neuinterpretationen von Mirelle Mathieu oder Gitte Haenning unbestritten ansprechend und sympathisch wirkt, war es doch die Version Gabbais, die sich am nachhaltigsten eingeprägt hat.

Nachdem es den Song leider lange nicht als offiziellen Download noch auf einem Album gab, findet er sich erfreulicherweise auf dem kürzlich erschienenen Schlager-Sampler "Die besten Schlager des Jahrtausends" (Sony).

Ein nicht-weihnachtlicher Song, der dennoch wie geschaffen für den Dezember ist.

Foto-Credit: Ariola

Mittwoch, 25. November 2015

Blaue Stunde

Nicht jede/n verlocken die zahlreichen Spielarten des Jazz, Fan dieses Genres zu werden. Die Musik von Paul Desmond dagegen ist voller Harmonie, Wärme und Schönheit. Von dem Saxophonisten, der als Mitglied des Dave Brubeck Quartet und Urheber von "Take Five" einen angestammten Platz in der Musikgeschichte hat, gibt es zahlreiche Alben. Zu den besten Kompilationen seines Schaffens zählt "Feeling Blue" (Ar-Express/Sony), das wie aus einem Guss gemacht ist und daher zu jenen wenigen Alben zählt, die man in einem durchhören kann und will.

Heute wäre der hochbegabte Musiker 91 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren höre ich heute meinen Lieblingssong von ihm: "When Joanna Loved Me".

Dienstag, 24. November 2015

Volvo Song

Wenn ich danach mein Auto wählen müsste, welcher Werbe-Song mir in den vergangenen  Jahren am besten gefallen hat, fiele die Wahl ganz klar auf den Volvo V40. Als der Kompaktwagen, der als erstes Auto weltweit mit einem Fußgänger-Airbag ausgestattet ist, auf den Markt kam, stach mir der Fernsehspot sofort ins Auge. 


Das eingängige und stimmige Intro stammt von Michael Benjamin Lerner (* 1. September 1986), der unter dem Bandnamen Telekinesis auftritt. "Please Ask For Help" (Merge Records) - im Stil an die britische Band The Cure angelehnt - ist ein gefälliger dynamischer Indie-Song mit melancholischem Touch.



Foto-Credit: Merge Records; Volvo

Samstag, 21. November 2015

Einstimmung auf Weihnachten

Für allzu festliche Klänge oder "Stille Nacht" ist es noch zu früh, aber alljährlich eröffne ich Mitte November parallel zu den Christkindlmärkten meine offizielle Weihnachtsmusik-Zeit. Dezente Arrangements harmonieren mit der spätherbstlichen Kulisse im November. Insbesondere die folgenden Alben:

1. Midwinter (Klassik Radio)
Alle Klassiker finden sich auf dem Album, das vom London Chamber Orchestra eingespielt wurde. Sehr stimmungsvoll. Absolut ans Herz gewachsen ist mir "The Wexford Carol".

2. Weihnachten mit Rosamunde Pilcher (Warner)
Vielleicht ein wenig überraschend auf den ersten Blick. Aber die Kombination der klassischen britischen Weihnachtslieder und ausgesuchten Titeln aus Rosemunde Pilchers Verfilmungen, die adventlich anmuten, ist geglückt. Eine Mischung, für die man kein Fan der Autorin sein muss.

3. It's Snowing On My Piano (Act)
Das Winteralbum von Bugge Wesseltoft genießt unter Jazz-Liebhabern schon den Status eines Klassikers. Der norwegische Musiker ist für eigenwillige und originelle Interpretationen bekannt und so bekommen unter seinen Händen Titel wie "Stille Nacht" oder "In Dulci Jubilo" eine völlig neue, aber durchaus klangvolle Note.


Foto-Credits: Midwinter (Klassik Radio); Rosamunde Pilcher (Warner); Bugge Wesseltoft (Act)

Freitag, 20. November 2015

Rock für Fortgeschrittene


Auf YouTube finden sich etliche Video-Tutorials namhafter Musiker aller Genres. In den Clips geben sie Einblicke in ihre Spieltechnik, verraten ein paar Tricks und stellen ihr Können unter Beweis. Da ich selber kein Instrument mehr spiele, lasse ich mich vor allem akustisch leiten. Und wenn es um Rock geht, komme ich an Queens of the Stone Age-Sänger Josh Homme (* 17. Mai 1973) nicht vorbei. 

Der amerikanische Vollblutmusiker mit norwegischen Wurzeln hat im Lauf der Jahre ein beeindruckendes wie originelles Gitarrenspiel entwickelt, wenngleich er sich in der entspannten Lehrstunde mit Musikerkollegen Matt Sweeney in Demut übt. Auf die Frage, was ihn zur Musik antreibe, antwortet er lapidar: "Das ist einfach. Wenn du etwas von der Musik erwartest, erwartest du schon zu viel." Letztendlich kommt am weitesten, wer sich allein der Liebe zur Musik wegen dafür entscheide, ist Homme überzeugt. Und angesichts der vielen Selbstdarsteller, die es heute so gibt, glaube ich ihm das nur allzu gerne!


Eine weitere Erkenntnis, die nicht nur für das Gitarre-Spielen gilt: Weniger ist mehr. Teil seines Spiels ist es zum Beispiel, den kleinen Finger auf dem Bund wegzulassen. Eine konsequente Entscheidung zur Reduktion, die in seinem Fall stilbildend und ein absoluter Gewinn ist.

Das Intro zum Video selbst stammt übrigens auch aus der Feder Josh Hommes: "Give The Mule What He Wants" - in der Akustik-Version noch viel besser als in der Studio-Fassung.

Foto-Credit: Interscope

Donnerstag, 19. November 2015

Lautenklänge

In den vergangenen Jahren hat es sich eingebürgert, bei historischen Filmen nicht nur originale Kompositionen aus der jeweiligen Epoche zu verwenden, sondern im Stil der damaligen Zeit Stücke komponieren zu lassen. Und diese Musik ist eine Kunst für sich - mit Erfolg. Trevor Morris (The Tudors) oder Dario Marianelli (Pride & Prejudice) - um nur zwei zu nennen - ziehen mit ihren Soundtracks ein großes Publikum in den Bann.

Jean-Claude Petit (* 14. November 1943) hat vor 25 Jahren die Musik zu der sehenswerten "Cyrano de Bergerac"-Produktion mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle vorgelegt. Nachempfunden dem französischen Barock des frühen 17. Jahrhunderts - auch, was die Wahl der Instrumente betrifft. Das Lauteninstrument als "Königin der Instrumente" der Renaissance (Wikipedia) kommt auf dem Soundtrack ebenfalls zu Ehren. Für mich als Fan barocker und insbesondere Lauten-Musik ein Geschenk.

Im 17. Jahrhundert war das Lauteninstrument auf der Höhe seiner Popularität - vor allem in Frankreich, das die besten Lautisten hervorbrachte. Nach einer kurzen Blüte wurde das Instrument nach und nach von der Gitarre und anderen Saiteninstrumenten verdrängt. Angesichts der Wiederkehr historischer Roman- und Filmstoffe und alter Musik ist sie mittlerweile wieder häufiger zu hören.

Wenn der Tage langsam zu Ende geht, stimmen mich die Lautenklänge auf den Abend ein. Oder sie dienen mir als musikalische Kulisse, wenn ich Degen-Romane wie "Die drei Musketiere" von Alexandre Dumas oder das Theaterstück "Cyrano de Bergerac" von Edmond Rostand zum wiederholten Male lese. ;-)

Eine wunderschöne Zusammenstellung findet sich auf dem Album "Lautenmusik aus drei Jahrhunderten" von Konrad Ragossnig. Von Petits Alben höre ich neben den Stücken "Die Laute", "Die Damen der Gesellschaft" und "Roxane" die A-Capella-Chorgesänge "Die Messe der Spanier" und den "Nonnengesang" am liebsten.


Foto-Credits: Cyrano de Bergerac (Colosseum); Konrad Ragossnig (Deutsche Grammophon)

Montag, 16. November 2015

Akustik-Songs für Herbstabende

Es ist immer wieder faszinierend, die Schönheit von Songs und ihren Texten zu entdecken, weil man sie - statt in der üblichen Studio-Version - unerwartet in einer rein akustischen Darbietung hört. Einige Lieder wurden auf diesem Weg zu persönlichen Favoriten, die es sonst wohl nie geworden wären. Drei Beispiele:

Emiliana Torrini (* 16. Mai 1977) ist selten auf großen Bühnen oder auf Titelblättern zu sehen, hat es aber geschafft, sich durch ihre einprägsam-markante Stimme und ihre Gabe, eingängige Melodien mit tiefsinnigen Texten zu verbinden, über die Jahre eine treue Fan-Gemeinde aufzubauen. Neben "Sunny Road" und "Beggar's Prayer" ist der folgende Titel der isländisch-italienischen Sängerin mein absolutes Lieblingslied von ihr - exakt in dieser Darbietung!

"Big Jumps" ist ein kluger Appell, das eigene Leben auf seine Weise zu leben und sich nicht im vorauseilenden Gehorsam Fesseln anzulegen, die einen an der Verwirklichung der eigenen Vorstellungen und Träume hindern.



Frank Black (* 6. April 1965) - bekannt als Frontmann der legendären Band "Pixies" - präsentiert hier einen ihrer größten Hits (und es ist nicht "Where Is My Mind ;-)). Vor allem das Intro des Songs "Velouria" hat mich in der akustischen Version berührt. Seine Stimme erinnert mich bei den ersten Takten übrigens ein ganz klein wenig an Neil Young.

Zu Beginn des Videos schildert der amerikanische Sänger, was ihn zu diesem Song inspiriert hat, ab Minute 1:03 geht's dann los ...



Natasha Bedingfield (* 26. November 1981) war eine der Lieblingssängerinnen des schwedischen Musikers Esbjörn Svensson, dessen Trio E.S.T. Jazz auch jenseits des Genres populär gemacht hat. Als er 2008 im Alter von nur 44 Jahren auf tragische Weise ums Leben kam, erinnerte ich mich an den Namen der Sängerin und stieß auf ihren Song "Soulmate", der von der Suche nach der großen Liebe handelt. Tolle Stimme, berührender Song.



Foto-Credit: Emiliana Torrini - Sunny Road (Rough Trade Records)

Sonntag, 8. November 2015

Sein Name war Norman. Monty Norman.

Er stand als Sänger auf der Bühne und schrieb für populäre Kollegen seiner Zeit – darunter Cliff Richard - Songs. Und während sein Name vor allem in Branchenkreisen und unter Cineasten bekannt ist, kennt seine berühmteste Melodie fast jede/r. Monty Norman (* 4. April 1928) ist niemand Geringerer als der Komponist des James Bond-Themas, das von vielen immer noch fälschlicherweise John Barry zugeschrieben wird. Korrekt ist, dass der weltberühmte Filmmusik-Komponist Normans Stück auf Wunsch der Produzenten des ersten Bond-Films „Dr. No“ (1962) neu arrangierte und fortan einen Gutteils des Ruhms für den legendären Titel erntete. 

Erst vor wenigen Jahren wehrte sich Monty Norman, der mittlerweile 87 Jahre ist, gerichtlich gegen Medien, die das James Bond-Thema immer noch John Barry zuschrieben und bekam recht. Was es ihm wohl bedeutet, dass seine herausragende Komposition auch mehr als 50 Jahre nach seinem Debüt immer noch jeden James Bond-Film – aktuell „Spectre“ - eröffnet und von Millionen Menschen gehört, geliebt und zitiert wird? 

Die Leistung John Barrys schmälert dies natürlich keineswegs. Immerhin zeichnet der aus York stammende Komponist, der nach einem bewegten Leben und vier Ehen 2011 in den USA verstorben ist, für wunderschöne Titel mit hohem Wiedererkennungswert verantwortlich. Zu seinen größten zählen unbestritten „Jenseits von Afrika“ oder „Der mit dem Wolf tanzt“. Am 3. November wäre er 82 Jahre alt geworden. 

Die Geschichte des James Bond-Themas erinnert übrigens ein wenig an den Klassiker „Take Five“, der Dave Brubeck auch jenseits der Jazz-Szene weltberühmt gemacht hat. Eingefleischte Fans wissen, dass dieses Stück sein Alt-Saxophonist Paul Desmond geschrieben hatte. Brubecks Verdienst war es jedoch, das Genie seines Kollegen zu erkennen und durch Ordnen der einzelnen losen Kompositionsstränge – der sogenannten Takes – erst ein zusammenhängendes und grandioses Instrumentalstück zu formen. Ein Beispiel für eine musikalische Zusammenarbeit im besten Sinne. 

Sicher nicht das letzte Wort zu Brubeck und Desmond in diesem Blog, die die Musik-Welt vielfach bereichert haben!

Foto-Credits: Dr. No (Soundtrack Factory); John Barry (Silva Screen/Edel)